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DAFNE™ – Multimodale Beckenbodenmedizin
DAFNE™ bezeichnet eine multimodale Plattformarchitektur, bei der vier eigenständige Energie- und Wirkprinzipien softwaregesteuert kombiniert und über unterschiedliche Handstücke appliziert werden. Statt eines einzelnen Wirkmechanismus stehen funktionelle Elektrostimulation, Photobiomodulation, Mikrostromtherapie und Elektroporation als aufeinander abgestimmte Bausteine zur Verfügung.
Für die fachliche Einordnung sind deshalb nicht allein die Einzeltechnologie, sondern deren Kombination, das gewählte Handstück, die Zielstruktur und das jeweilige Behandlungsprogramm entscheidend.
Reine Magnetfeld- oder reine Elektrostimulationssysteme adressieren jeweils nur eine Wirkebene. Warum die Kombination mehrerer Prinzipien für Ihre Praxis mehr Möglichkeiten schafft →
DAFNE: multimodale Beckenbodenmedizin statt Einzeltechnologie
Klassische Beckenbodensysteme nutzen in der Regel ein einzelnes Wirkprinzip. Das charakteristische Merkmal von DAFNE ist die Kombination von vier eigenständigen, markenrechtlich geschützten Energieprinzipien innerhalb einer Systemarchitektur, die je nach Handstück und Behandlungsprogramm unterschiedlich eingesetzt werden.
Vier Energieformen, ein Behandlungsziel
Die Besonderheit von DAFNE liegt in der Kombinierbarkeit vier unterschiedlicher Wirkprinzipien über wechselbare Handstücke. EBE™ (Electro Bio Energy) erzeugt konfigurierbare elektrische Wellenformen für funktionelle Elektrostimulation (FES) und transkutane Nervenstimulation (TENS). PDE™ (Photo Dynamic Energy) nutzt vier LED-Wellenlängenbereiche für nicht-thermische Photobiomodulation.
MENS (Microcurrent Electrical Neuromuscular Stimulation) ergänzt das System um subsensorische Mikrostromanwendungen, während EPE™ (ElectroPoration Energy) eine nadelfreie transdermale Wirkstoffapplikation ermöglicht.
Welche Kombination eingesetzt wird, hängt von Indikation, gewähltem Handstück und Behandlungsprogramm ab.
Drei ergänzende Bausteine im Systemüberblick
Neben der funktionellen Elektrostimulation (EBE™) und Photobiomodulation (PDE™) stehen je nach Handstück weitere, gezielt einsetzbare Bausteine zur Verfügung.
Mikrostromtherapie
< 1.000 µASubsensorische Stromstärken unterhalb der Wahrnehmungsschwelle, ergänzend in regenerative und postoperative Konzepte integriert.
Elektroporation
nadelfreiReversible Erhöhung der Zellmembranpermeabilität zur transdermalen bzw. transmukosalen Wirkstoffaufnahme.
O₂ / CO₂ (extern)
optionalBei einzelnen externen Applikatoren zuführbar aus externer Quelle. Das System selbst erzeugt oder speichert kein Gas. Die CO₂-Zufuhr kann z. B. über Anika™ aus demselben Technologieportfolio erfolgen.
Wichtig: Welche Kombination der vier Energieprinzipien tatsächlich zum Einsatz kommt, hängt vom gewählten Handstück, der Indikation und dem Behandlungsprogramm ab. Die Handstücke selbst werden auf der Produktseite im Detail beschrieben.
Warum DAFNE nicht mit klassischen Einzeltechnologie-Systemen vergleichbar ist
Am Markt verbreitete Beckenbodensysteme setzen meist auf ein einzelnes Wirkprinzip. Die Kombination mehrerer Energieformen in einer Plattform unterscheidet DAFNE strukturell von diesen Einzeltechnologie-Ansätzen.
Reine elektromagnetische Muskelstimulation
Adressiert ausschließlich die neuromuskuläre Ebene über ein externes Magnetfeld. Schleimhaut-, Gewebe- oder zelluläre Regenerationsebenen werden technologiebedingt nicht erreicht.
Reine intravaginale Elektrostimulation
Fokussiert auf neuromuskuläre Re-Edukation der Beckenbodenmuskulatur über ein einzelnes elektrisches Wirkprinzip, ohne photobiomodulative oder mikrostrombasierte Zusatzebene.
Reine vaginale Lasertherapie
Thermisch-ablative oder photothermale Laserenergie (z. B. CO₂/Er:YAG) zur Schleimhautwirkung, ohne neuromuskuläre Elektrostimulations- oder Mikrostromebene. Einordnung dazu in Fachbeitrag Teil 2.
Kombinierte Multimodalität statt Einzelprinzip
Verbindet neuromuskuläre Elektrostimulation (EBE™) mit Photobiomodulation (PDE™), Mikrostromtherapie (MENS) und optionaler Elektroporation (EPE™) – je nach Handstück einzeln oder kombiniert. Keine der drei genannten Einzeltechnologie-Kategorien deckt diese Kombination ab.
Hinweis zur Einordnung: Diese Gegenüberstellung beschreibt strukturelle Unterschiede der Wirkprinzipien, keine vergleichende Wirksamkeitsaussage gegenüber bestimmten Herstellern oder Produkten. Welches Systemkonzept im Einzelfall geeignet ist, richtet sich nach Indikation, Befund und individueller fachlicher Beratung.
Vier Ebenen bestimmen die tatsächliche DAFNE-Anwendung
Die reine Technologiebezeichnung reicht für eine fachliche Bewertung nicht aus. DAFNE muss im Zusammenspiel von Handstückwahl, Energiekombination, Sicherheitskonzept und biologischer Zielstruktur betrachtet werden.
Handstückwahl
Je nach Anwendungsregion (vaginal, vulvo-vaginal, vulvär, extern) stehen unterschiedliche Handstücke mit jeweils spezifischer Technologiekombination zur Verfügung.
Energiekombination
EBE™, PDE™, MENS und EPE™ können je nach Handstück und Programm einzeln oder kombiniert appliziert werden.
Sicherheitskonzept
Die BFC™-Funktion (BioFeedback Control) und die patientenindividuellen, 10-mal wiederverwendbaren Applikatoren zählen zum Sicherheitskonzept.
Biologische Zielstruktur
Muskulatur, Nerven, Schleimhaut und Zellmembranpermeabilität werden durch unterschiedliche Energieprinzipien jeweils spezifisch adressiert.
Warum eine Kombination mehrerer Wirkprinzipien das Indikationsspektrum erweitert
Ein Einzeltechnologie-System kann naturgemäß nur die biologische Ebene adressieren, für die sein Wirkprinzip ausgelegt ist. Bei DAFNE ergibt sich die Bandbreite an Einsatzmöglichkeiten aus der Kombinierbarkeit der vier Ebenen:
Muskuläre & nervale Ebene
Elektrostimulation wirkt dort, wo Muskelaktivierung und neuromuskuläre Kontrolle im Vordergrund stehen.
Zelluläre & Schleimhautebene
Photobiomodulation wirkt dort, wo Gewebequalität, Mikrozirkulation und Zellregeneration im Vordergrund stehen.
Subsensorische Ebene
Mikrostromtherapie ergänzt dort, wo sanfte, kaum spürbare Reizsetzung gewünscht ist.
Transdermale Ebene
Elektroporation wirkt dort, wo eine gezielte Wirkstoffaufnahme ins Gewebe im Vordergrund steht.
Weil diese vier Ebenen einzeln oder kombiniert über verschiedene Handstücke ansprechbar sind, lassen sich funktionelle, schleimhautbezogene und regenerative Fragestellungen innerhalb einer Plattform abdecken – ein Einzeltechnologie-System bleibt dagegen auf seine jeweils eine Ebene beschränkt. Welches Handstück für welche Indikation vorgesehen ist, finden Sie im Detail auf der DAFNE-Produktseite.
DAFNE im wissenschaftlichen und medizinischen Kontext
Für eine fachlich saubere Einordnung wird zwischen DAFNE-spezifischer klinischer Evidenz und der allgemeinen Fachliteratur zu den zugrunde liegenden Wirkprinzipien unterschieden.
Zwei prospektive klinische Studien
32 Frauen mit leichter Beckenorgansenkung und/oder Belastungsinkontinenz zeigten nach dem Behandlungszyklus in 87,5 % eine subjektive Verbesserung (PMID 41827431). Eine zweite, breiter angelegte Studie zum EVA/DAFNE-System bestätigt dies bei weiteren Beckenbodenfunktionsstörungen (PMID 41470080).
Konservative Inkontinenztherapie
Systematische Übersichtsarbeiten und randomisiert-kontrollierte Studien ordnen elektrische Stimulationsverfahren als etablierten Bestandteil konservativer Therapiekonzepte bei weiblicher Harninkontinenz ein – von Grundlagenreviews bis zu klinischen Vergleichsstudien. Nicht DAFNE-spezifisch. Quellen ansehen
PBM im urogenitalen Kontext
Wirkprinzipien und klinischer Kenntnisstand zu Photobiomodulation bei genitourinärem Menopausesyndrom sind in einer eigenständigen Analyse zu Wirkmechanismus und aktuellen klinischen Ergebnissen fachlich eingeordnet. Nicht DAFNE-spezifisch. Quelle ansehen
EBE, PDE, MENS und EPE erfüllen unterschiedliche Aufgaben
Für eine fachlich saubere Einordnung sollten die einzelnen Technologien nicht miteinander vermischt werden.
Elektrostimulation
Electro Bio Energy erzeugt konfigurierbare elektrische Wellenformen für funktionelle Elektrostimulation und Neuromodulation.
Photobiomodulation
Photo Dynamic Energy nutzt vier LED-Wellenlängenbereiche für nicht-thermische zelluläre Signalgebung.
Mikrostromtherapie
Microcurrent Electrical Neuromuscular Stimulation arbeitet subsensorisch im Mikroamperebereich.
Elektroporation
ElectroPoration Energy ermöglicht nadelfreie transdermale und transmukosale Wirkstoffaufnahme.
DAFNE im Kontext der Frauen- und Beckenbodenmedizin vertiefen
Häufigkeit, Versorgungslücke, Marktnachfrage sowie Praxisintegration und wirtschaftliche Tragfähigkeit multimodaler Plattformkonzepte wie DAFNE werden in unserer vierteiligen Fachbeitragsserie eingeordnet.
Sicherheitskonzept: BFC™ (BioFeedback Control)
Die Handstücke sind für den Gebrauch durch eine einzelne Patientin bzw. einen einzelnen Patienten ausgelegt und bis zu 10-mal nutzbar. Zwischen den Sitzungen nimmt die Patientin bzw. der Patient das eigene Handstück mit nach Hause und bringt es zur nächsten Behandlung wieder mit – gefertigt aus biokompatiblen, hypoallergenen und sterilisierbaren Materialien. Die integrierte BFC™-Funktion ermöglicht es, die Energieabgabe unmittelbar zu unterbrechen, falls während der Anwendung Beschwerden auftreten.
DAFNE im gesamten Beckenboden- und Evidenzkontext
Die folgenden Intercosmed-Seiten ordnen DAFNE in das größere Spektrum professioneller Beckenbodenmedizin, klinischer Evidenz und medizinisch-funktioneller Anwendungen ein.
EVA – Schwestersystem
Vulvovaginale Radiofrequenz (VDR™/DQRF™) für Gewebe- und Schleimhautqualität, kombinierbar mit DAFNE.
EVA ansehenWissenschaft & Evidenz
Ausgewählte klinische Publikationen und wissenschaftliche Einordnung medizinisch-ästhetischer und funktioneller Systeme.
Evidenz ansehenHäufige Fragen zu DAFNE
Was bedeutet DAFNE?
Was unterscheidet DAFNE von einem reinen Elektrostimulationsgerät?
Gibt es klinische Studien zu DAFNE?
Was ist BFC™?
Ersetzt DAFNE die ärztliche Diagnostik?
DAFNE-spezifische und allgemeine Fachquellen
Intercosmed – Fachberatung für medizinisch-ästhetische und funktionelle Technologien · Stand: September 2026
DAFNE im Kontext Ihrer Praxis oder Einrichtung
Wir betrachten nicht nur den Namen einer Technologie, sondern Wirkprinzip, Energiekombination, Sicherheitskonzept, Evidenz und die konkrete Integration in Ihr Behandlungskonzept.
- Technologie- und Systemvergleich
- Wissenschaftliche Einordnung
- Persönliche Fachberatung